Mobbing

Die Schattenseite unserer Gesellschaft

„Eine alltägliche Situation: Ein Team wie jedes andere, ein normaler Arbeitstag. Es fällt eine sarkastische Bemerkung auf Kosten einer Kollegin, die natürlich nicht böse gemeint war. Alle fanden die auch witzig und haben gelacht. Ist doch nicht so schlimm… oder? Die Kollegin ist geknickt, aber nun gut. Am nächsten Tag widerholt sich die Situation, und die Kollegin bekommt schlechte Laune und verteidigt sich, wodurch sie weitere Witze auf sich lenkt.

Zusätzlich heißt es noch, sie soll sich nicht so haben und etwas Spaß verstehen, und auch das finden alle ziemlich lustig. Unbemerkt verfällt die Kollegin in eine Rolle des Sündenbocks: und die lustig gemeinten, sarkastischen Bemerkungen werden häufiger, schärfer und irgendwann zum Standard, denn das Team hat gelernt, das Verletzen der Kollegin als einen Stressventil zu nutzen. Hält diese Situation über mehrere Wochen an spricht man von Mobbing.“

Mobbing

Mobbing

Mobbing lässt sich in verschiedene größere Bereiche unterteilen:

Mobbing am Arbeitsplatz:

Unterteilt sich hier in Mobbing durch Angestellte, Kollegen oder Vorgesetzte

Mobbing in der Schule:

Kann durch Lehrer und Schüler erfolgen

Mobbing in der Kernfamilie:

Mobbing durch die Geschwister, Eltern oder nächster Verwandte

Mobbing in der Ehe:

Erfolgt meist durch den Ehepartner und/oder Kinder sowie die Familie des Ehepartners.

Sonderform: Cybermobbing

Andere Formen von Mobbing

Mobbing in Vereinen, KiTas, im Freundeskreis

Die oben genannten Bereiche werden noch einmal umfassend Schritt für Schritt aufgeführt.

Was ist Mobbing genau?

Je nach Setting kann Mobbing sehr unterschiedlich aussehen, besteht aber grundsätzlich aus folgenden Parteien:

  1. „Die Opfer“

Eine oder wenige Personen, die zum Opfer der ständigen Angriffe fallen.

  1. „Die Täter“

Eine, oder in den meisten Fällen mehrere Personen, die das Opfer angreifen mit dem Ziel, der Person psychischen und physischen Schmerz hinzuzufügen. Meistens gibt es aktive Mitglieder, die die Gruppe anführen und passive Mitglieder, die die Gruppe bilden und sich auf die Angriffe einlassen aber eher „Mitläufer“ sind.

  1. „Die Beobachter“

Die Gruppe muss nicht zwingend vorkommen. Hier handelt es sich um die Menschen, die sich nicht am Mobbing beteiligen und für niemanden Partei ergreifen. Sie haben das Wissen darüber, dass eine oder mehrere Personen gemobbt werden.

Mobbing

Mobbing

Die Täter zeigen verschiedenste Verhaltensweisen, die sich in grundsätzliche fünf Kategorien unterteilen:

Angriffe auf die Gesundheit der Opfer

Diese Angriffe sind kriminell und werden strafrechtlich verfolgt. Dazu zählen das Androhen oder Zufügen von körperlicher Gewalt, der Zwang unter gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen zu arbeiten sowie sexuelle Misshandlungen und Nötigungen.

Angriffe auf das Sozialleben der Opfer

Die Opfer werden aus dem sozialen Leben vollkommen ausgeschlossen. Sie werden wie Luft behandelt, es wird nicht oder nur sehr karg mit ihnen gesprochen, sie werden laufend übersehen und die Täter lassen sich nicht ansprechen. Manchmal werden die Opfer in eine isolierte Räumlichkeit versetzt und bekommen andere Pausenzeiten, als das Kollegium. Teilweise wird es den Kollegen verboten mit dem Opfer zu sprechen.

Angriffe auf das soziale Ansehen

Diese Angriffe gehören zu den häufigsten im Mobbing. Es wird das Ansehen des Opfers untergraben durch Erzählen und Verbreiten von Gerüchten, reden hinter dem Rücken, feindlichen Witzen und Bemerkungen zum Aussehen, der Religion, der Nationalität, der Krankheit oder Behinderung des Opfers. Auch die politische Einstellung des Opfers kann angegriffen werden. Das Opfer wird verbal sexuell belästigt oder öffentlich beschimpft.

Angriffe auf die Berufssituation und die Produktivität

Das Opfer wird gezwungen sinnlose oder viel zu komplizierte Aufgaben auszuführen, es werden absichtlich und dauerhaft ungeliebte Aufgaben zugeteilt, sowie Aufgaben, die völlig unterfordernd für das Opfer sind. Teilweise bekommen die Betroffenen gar keine Aufgaben und es wird jegliche Möglichkeit genommen, sich eine Betätigung zu suchen.

Angriffe auf die freie Mitteilung und Meinungsäußerung

Der Betroffene wird ständig unterbrochen und kritisiert, die Täter lassen sich auch hier nicht ansprechen, die Meinung des Opfers wird ignoriert oder darüber gelacht. Teilweise kann es zu mündlichen und schriftlichen Drohungen kommen, sowie dem Telefonterror. Auch wird das Opfer angeschrien und beschimpft, seine Arbeit und sein Privatleben geraten unter scharfe Kritik.

Der Arbeitspsychologe Heinz Leymann befasste sich umfassend mit dem Thema „Mobbing am Arbeitsplatz“ und teilte die Angriffe in die oben genannten Bereiche ein.

Ich werde gemobbt: was macht es mit mir und was kann ich dagegen tun?

Mobbing ist ethisch und moralisch höchst verwerflich und wird strafrechtlich verfolgt. Es handelt sich hier um eine häufige Ursache für psychische Erkrankungen, wie z.B. Burnout, Depressionen, Posttraumatische Belastungsstörungen etc. Es können irreversible Traumata durch das Mobbing entstehen.

Gegen Mobbing kann man sich wehren. Es gibt verschiedene Strategien zur Verbesserung der Situation sowie externe Hilfe.